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7. Tierärztekongress 2014


Zurueck

Abschlussbericht: 4.400 Teilnehmer – 7. Leipziger Tierärztekongress und begleitende Industrieausstellung vetexpo mit Besucherrekord

Antibiotikaeinsatz, Fischzucht, Ethik und Wirtschaftlichkeit: Der 7. Leipziger Tierärztekongress mit seinen 400 Referenten setzte europaweit Impulse. Insgesamt 4.400 Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Studenten der Veterinärmedizin nutzten Deutschlands Fortbildungsveranstaltung Nr. 1 sowie die mit 190 Unternehmen größte Industrieausstellung Deutschlands für den fachlichen Austausch. Zur Vorveranstaltung im Jahr 2012 kamen 4.100 Teilnehmer und 185 Aussteller zum Leipziger Tierärztekongress und zur vetexpo.

Bereits zur Eröffnung des 7. Leipziger Tierärztekongresses standen ethische Fragen der Nutztierhaltung im Mittelpunkt. Die Verantwortung des Tierarztes für die Gesundheit des Menschen betonten Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, und Prof. Dr. Theodor Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, in ihren Redebeiträgen. Sie spiegelten zudem die Unterstützung der Politik für den Berufsstand wider. „Die amtliche Lebensmittelüberwachung wird in Deutschland maßgeblich von Tierärzten wahrgenommen und geprägt. Die artgerechte Haltung gesunder Tierbestände ist Voraussetzung für die Erzeugung hochwertiger und gesundheitlich unbedenklicher Lebensmittel“, äußerte die Ministerpräsidentin. „Dabei hat Globalisierung sowohl der Lebensmittelproduktion als auch des Handels zu tiefgreifenden Veränderungen vor allem für die Überwachung geführt. Rechtsverstöße und ihre Folgen spielen sich überwiegend im internationalen Raum ab, was von den zuständigen Behörden mehr denn je fachliches Können, strategisches Denken und konsequentes Handeln abverlangt.“ Der Freistaat Thüringen übernahm turnusgemäß die Schirmherrschaft über den 7. Leipziger Tierärztekongress.

In der anschließenden Auftaktveranstaltung diskutierten Experten über die Rolle des Tierarztes im Spannungsfeld zwischen Verbraucherschutz, Ökonomie und Ethik. Fazit des Podiumsteilnehmers Prof. Dr. Peter Kunzmann vom Ethikzentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, derzeit abgeordnet an die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover: Der Veterinärmediziner trage nicht nur die Verantwortung für seine Patienten, sondern auch für dessen Halter und für den Verbraucher. Er braucht einen Kodex, welcher den „moralischen Selbstanspruch nach innen wie nach außen klar konturiert“. Er forderte eine individuelle Selbstverpflichtung des Veterinärmediziners. Mehr als 1.000 Teilnehmer des 7. Leipziger Tierärztekongresses folgten dieser spannenden Podiumsrunde.

Auf großes Interesse stieß auch das berufspolitische Podium unter der Überschrift „Die Zukunft des Tierarztes – ohne GOT und Dispensierrecht?“. Zur Debatte standen EU-Pläne, unterschiedliche nationale Rahmenbedingungen für Tierärzte innerhalb der Mitgliedsstaaten zu prüfen. In Deutschland etwa gelten die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und das Dispensierrecht – die direkte Abgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Prof. Dr. Theodor Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, warnte auf dem Leipziger Tierärztekongress vor einer Abschaffung der Gebührenordnung und des Dispensierrechts, „die leicht zu Lasten des Patienten gehen könnten“.

Wie ein Fisch im Wasser

Zur 7. Veranstaltung ging der Leipziger Tierärztekongress mit einer noch größeren Themenvielfalt an den Start. Neu im Programm war das Thema Fisch. Zahlreiche Teilnehmer nutzten die Vorträge, um sich erstmals auf dem Kongress über Erkrankungen, Diagnostik und Therapieansätze bei Fischen zu informieren. Zu den weiteren Programmpunkten von A bis Z – von Arzneimittel bis Zootiere – gehörten die tierartorientierten Themen Bienen, Heimtiere, Hund/Katze, Nutzgeflügel, Pferd, Schwein, Wiederkäuer und Zootiere. Zudem bot der Kongress Workshops und Vorträge zu den übergreifenden Aufgaben von Tierärzten. Experten diskutierten unter der Überschrift „Veterinary Public Health“ über Themen wie Tierschutz und -seuchen oder Lebensmittelsicherheit. Auf dem Programm standen zudem die Fragen nach dem Arzneimitteleinsatz und der Toxikologie vor allem bei Lebensmittel liefernden Tieren.

„Der Besucherstrom und die aktive Beteiligung der Teilnehmer bestätigen unser Konzept, ein breites Themenspektrum zu Fort- und Weiterbildung mit renommierten Wissenschaftlern und Praktikern anzubieten“, erklärt Prof. Dr. Gotthold Gäbel, Kongresspräsident sowie Leiter des Veterinär-Physiologischen Instituts an der Universität Leipzig.

„Das Erfolgskonzept von Kongress und Messe hat sich in diesem Jahr mehr denn je bewährt“, resümierte Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe. „Die vetexpo, als größte veterinärmedizinische Industrieausstellung im deutschsprachigen Raum, vereint das gesamte tiermedizinische Spektrum einschließlich aller Marktführer.“ Auch die Aussteller lobten einhellig den für die Branche einmaligen Treffpunkt und zeigten sich begeistert von der Resonanz. „Schon in den letzten Jahren waren wir immer sehr zufrieden. Doch 2014 wurde alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Die Resonanz ist überwältigend. Es waren deutlich mehr Besucher und Aussteller“, erklärte beispielsweise Dr. Gert Barysch, Geschäftsführer Tiergesundheit, IDT Biologika GmbH, Dessau-Roßlau, Deutschland. Dipl.-Agraringenieur Eberhard Hock, Vertriebsleiter Europa, scil animal care company GmbH, Viernheim, Deutschland, betonte: „Die Veranstaltung ist sehr gut gelaufen. Ausstellung und Kongress sind eine Einheit, beide gleichermaßen professionell in Szene gesetzt.“

Größte veterinärmedizinische Industrieausstellung Deutschlands

Insgesamt 190 Aussteller aus zehn Ländern präsentierten auf 7.500 Quadratmetern ihre Angebote zur vetexpo, der begleitenden Industrieausstellung des 7. Leipziger Tierärztekongresses (2012: 185 Aussteller auf 7.000 Quadratmetern). Vom 17. bis 18. Januar wurden Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Arzneimittel, Medizintechnik, Diagnostika, Instrumente sowie Tierernährung/Diätetik, moderner Praxiseinrichtung, EDV oder Fachliteratur gezeigt.

Organisiert wird der im Zweijahresrhythmus stattfindende Leipziger Tierärztekongress von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, den sechs ostdeutschen Tierärztekammern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Leipziger Messe.

Auch die Teilnehmer äußerten sich in einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts FGM positiv über die Veranstaltung. Rund 90 Prozent der Befragten gaben an, auch den 8. Leipziger Tierärztekongress vom 21. bis 23. Januar 2016 besuchen zu wollen.

Weltweite Pferdeexperten zu Gast in Leipzig

Bereits zum 3. Mal in Folge im Rahmen des Leipziger Tierärztekongresses fand die International Conference on Equine Reproductive Medicine (ICERM) auf dem Leipziger Messegelände statt. Der Spezialkongress für Pferdemediziner zog wieder Besucher aus 15 Ländern nach Leipzig. Auf der Konferenz am 18. Januar 2014 ging es vor allem um die Zuchtoptimierung bei älteren Pferden.

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Innovationspreis für Tiermedizin und Anerkennungspreis verliehen
Verleihung im Rahmen der Eröffnung des 7. Leipziger Tierärztekongresses


Höchst erfolgreich haben Veterinärmediziner der Universität Leipzig gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft beim Leipziger Innovationspreis für Tiermedizin 2014, Kategorie Lehre, Forschung und Wissenschaft, abgeschnitten. Neben dem Hauptpreis für die dreidimensionale Darstellung des Pferdehufs für die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Christoph Mülling mit Dr. Jenny Hagen, Dr. Dora Bernigau und Dr. Anke Hoffmann am Veterinär-Anatomischen Institut und die Firma Effigos AG mit Dr. Jens Grosche, Nicole Skarupke und Markus Rohrschneider geht ein Anerkennungspreis an Tierärztin Anne Weißmann aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Almuth Einspanier vom Veterinär-Physiologisch-Chemischen Institut für deren Forschungsprojekt zur frühzeitigen Bestimmung des Geschlechts von Hühnerembryos.

Wie Prof. Mülling sagt, wäre der Erfolg seines Instituts ohne die Zusammenarbeit mit dem Leipziger Unternehmen Effigos, einer Ausgründung aus der Universität Leipzig, nicht möglich gewesen. "Das Team der Firma Effigos hat sich der visuellen Unterstützung von Wissensvermittlung in den Life Sciences verschrieben." Nachdem das Unternehmen bereits in der bildlichen Darstellung von wissenschaftlichen Inhalten in der Humanmedizin erfolgreich tätig sei, solle mit dem "Hoof Explorer" nun auch für die Tiermedizin multimediales Lehrmaterial zur Verfügung gestellt werden. "Eine dreidimensionale Darstellung des Pferdehufs hatte es in dieser Qualität, Detailtreue und mit einer solch intuitiven Bedienung bisher nicht gegeben", berichtet Prof. Mülling. Im Sommersemester 2012 begannen die Arbeiten an dem Projekt, mehr als ein Jahr dauerte die Entwicklung des virtuellen Hufmodells und der Software, die eine interaktive Nutzung mit zahlreichen Funktionen möglich macht. Im Herbst vergangenen Jahres wurde der „Hoof Explorer“ im Internet veröffentlicht – mit durchschlagendem Erfolg: "Nach nur sechs Wochen hatten wir schon über 40.000 Zugriffe aus 126 Ländern", erklärt Prof. Mülling.

Der große Erfolg ist seiner Auffassung nach auch darauf zurückzuführen, dass sich das als Lehrmaterial konzipierte Programm an einen großen Nutzerkreis wendet. "Studierende nutzen es im Unterricht, Tierärzte können es für die Weiterbildung nutzen, Hufschmiede weltweit haben sich begeistert geäußert, aber auch Physiotherapeuten und Osteopathen sowie nicht zuletzt Pferdebesitzer und –liebhaber können sich intensiv mit dem Pferdehuf beschäftigen." Interessant sei der „Hoof Explorer“ aber auch für die Industrie, wie zum Beispiel die Hersteller von Hufeisen. Und erste Rückmeldungen haben auch schon ergeben, welche Erweiterungen sich die Nutzer wünschen würden: "Die Handwurzel und das Sprunggelenk stehen auf der Liste ganz vorne." Auch Prof. Mülling kann sich weitere Entwicklungsschritte für den "Hoof Explorer" gut vorstellen. "Es wäre toll, wenn die Darstellung um Funktionalitäten erweitert werden könnte, so dass zum Beispiel sichtbar wird, wie sich Sehnen und Bänder verhalten und verändern, wenn das Pferd auftritt."

In der Projektbeschreibung des "Hoof Explorers" wird dessen Funktionalität so dargestellt: "Für das extrem detaillierte Hufmodell wurden alle Knochen und Knorpel (10), Muskeln, Sehnen und Bänder (48), Gefäße (68), Nerven (17), die Dermis, Epidermis und die Hornkapsel anatomisch korrekt modelliert. Mit Hilfe zahlreicher Softwarefunktionen kann der Nutzer das Modell per Maus oder Tastatur frei bewegen, zoomen, spiegeln, nahezu beliebige Selektionen von Teilstrukturen vornehmen und Transparenzen einstellen. Die gewünschten Strukturen können sowohl in der Baumansicht (Inhaltsverzeichnis), als auch direkt im Modell ausgewählt und hervorgehoben werden und sind ebenso mit Hilfe der Suchfunktion lokalisierbar. Die präzise Bezeichnung aller Strukturen wird wahlweise in Deutsch, Englisch oder Latein angezeigt."

Der Leipziger Innovationspreis für Tiermedizin wird gemeinsam ausgeschrieben von den Veranstaltern des 7. Leipziger Tierärztekongresses: die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig, die Tierärztekammer Berlin, die Landestierärztekammer Brandenburg, die Landestierärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, die Sächsische Landestierärztekammer, die Tierärztekammer Sachsen-Anhalt, die Landestierärztekammer Thüringen sowie die Leipziger Messe. Er ist mit 2.500 Euro dotiert, wobei eine Aufteilung auf mehrere Preisträger möglich ist. Mit dem Preis sollen Arbeiten ausgezeichnet werden, die auf dem Gebiet der Veterinärmedizin innovative Lehrformen und aktuelle Lehrinhalte in Aus-, Fort- und Weiterbildung etabliert haben oder nachweislich Erkenntnisfortschritte in Grundlagenfragen beziehungsweise verbesserte Diagnose- und Therapieansätze geschaffen haben. Er wird auf dem Leipziger Tierärztekongress verliehen.

Mit dem Anerkennungspreis der Leipziger Messe GmbH würdigt die Jury die Forschungsarbeit von Anne Weißmann. Als Doktorandin bei Prof. Dr. Almuth Einspanier untersucht sie, wie das Geschlecht von Embryos im Hühnerei möglichst früh ermittelt werden kann. Hintergrund ihrer Arbeit ist, dass allein in Deutschland Jahr für Jahr rund 40 Millionen männliche Eintagsküken unmittelbar nach dem Schlupf getötet werden, die aus Sicht der Legehennenindustrie ökonomisch nicht verwertbar sind. Allerdings werden in letzter Zeit auch immer mehr Stimmen laut, die die Frage aus ethischer Sicht betrachten.

Die Forschungsergebnisse der Tierärztin haben gezeigt, dass mittels einer Bestimmung der Hormonkonzentrationen im Ei schon am 9. Inkubationstag und damit kurz vor der Entwicklung des Schmerzempfindens des Embryos das Geschlecht des Kükens bestimmt werden kann. Dies macht es möglich, die entsprechenden Eier rechtzeitig auszusortieren. Die Untersuchungen wurden im Rahmen eines durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Projektes (Koordinatorin Prof. Dr. Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns) durchgeführt.

Der Anerkennungspreis ist mit 500 Euro dotiert.


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