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Tierschutz vor Ort statt riskanter Souvenirs

01.07.2008
Urlauber, die ihre Reise ans Mittelmeer oder in osteuropäische Länder gebucht haben, begegnen dort oftmals großem Tierleid unzähliger streunender Hunde und Katzen. Die Sächsische Landestierärztekammer rät Urlaubern davon ab, aus Mitleid Tiere spontan mit nach Hause zu nehmen. Diese „Urlaubssouvenirs“ tragen vielfältige Risiken, außerdem lässt sich für den Schutz der Tiere viel mehr durch Hilfe vor Ort erreichen.

„Es ist völlig verständlich, wenn Urlauber gerne ihren Strandhund oder ihre Hotelkatze vor Streuner-Elend retten und mit nach Hause nehmen wollen“, räumt Dr. Hans-Georg Möckel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer ein, aber es gebe große Risiken bei diesem spontanen Akt des Mitgefühls:Hunde und Katzen können von verschiedenen „exotischen“, schweren Krankheiten befallen sein, die dem neuen Besitzer erheblichen Aufwand für die Behandlung verursachen und teils unheilbar sind. Darüber hinaus können infizierte, importiere Tiere hiesige Hunde und Katzen anstecken, Krankheiten einschleppen und weiter verbreiten.

Hunde, die als Streuner aufwachsen, sind nicht auf das Leben im menschlichen Familienverband geprägt – wild geborene Katzen nicht an ein Wohnungsleben gewöhnt. In ihrem neuen, gut gemeinten Zuhause können deshalb bei den tierischen Urlaubssouvenirs erhebliche Verhaltensprobleme auftreten, die vor allem für Anfänger in der Hunde-/Katzenhaltung kaum zu bewältigen sind.

Nur wenn Hund oder Katze die rechtlichen Vorgaben erfüllen, dürfen sie die Zollkontrolle passieren – anderenfalls droht monatelange Quarantäne auf Kosten des neuen Besitzers. Innerhalb der EU genügen eine gültige Tollwutimpfung und eine Markierung mit Mikrochip – beides im EU-Heimtierausweis dokumentiert. Aus beliebten Reiseländern wie der Türkei, Tunesien oder Marokko dürfen Welpen gar nicht eingeführt werden und bei älteren Tieren ist u.a. mindestens schon drei Monate vor der Einreise eine Blutuntersuchung erforderlich.

Wie auch sonst, außerhalb der Urlaubszeit, schaden spontane Aktionen dem Tier mehr, als sie ihm nutzen. Vor der Mitnahme eines Tieres aus dem Urlaub muss gründlich überlegt werden, ob man für seine Lebenszeit dazu bereit ist, Kosten und Aufwand zu tragen. Es ist keine echte Hilfe, ein Tier aus seiner vertrauten Umgebung mitzunehmen, um es dann nach kurzer Zeit im hiesigen (überfüllten) Tierheim abzugeben.„Es kostet rationale Überwindung, aber es gibt bessere Möglichkeiten, den Tieren in diesen Ländern zu helfen, als ein einzelnes nach Hause mitzunehmen“, rät Kammerpräsident Möckel:

Viel wirksamer, als einen Hund oder eine Katze – bei allen Risiken – mit nach Hause zu nehmen ist es, Tierschutzaktivitäten vor Ort zu unterstützen. Echte Hilfe für das Streuner-Elend bringen nur Aufklärung in den betroffenen Ländern und gezielt organisierte Kastrationsaktionen. Für den ernsthaften Tierfreund bieten auch deutsche Tierschutzverbände Möglichkeiten zum Kontakt und für ein effektives Engagement.

Ihre Fragen zum Thema beantworten gerne:

Dr. med. vet. Hans-Georg Möckel, Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer – zu erreichen über die Geschäftsstelle der Kammer oder direkt unter Tel. (0 37 44) 2 54 36 00 (Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Vogtlandkreis, Auerbach)

Dr. med. vet. Gudrun Preuß, praktizierende Tierärztin und Mitglied im Vorstand der Sächsischen Landestierärztekammer, Tel. (03 42 07) 7 23 10

Ausgabedatum: 01.07.2008

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