Weihnachtsrundschreiben 2025 an die Mitglieder der Sächsischen Landestierärztekammer

17.​12.​2025

Weihnachtsrundschreiben 2025

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein bewegtes Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu – ein idealer Moment, kurz innezuhalten, auf das Erreichte zurückzublicken und einen hoffnungsvollen Blick nach vorn zu richten.

Ein besonderes Highlight war zweifellos der 30. Deutsche Tierärztetag, der am 9. und 10.10.2025 in Dortmund stattfand. Unter dem Generalthema „Tierschutz im tierärztlichen Alltag“ diskutierten Kolleginnen und Kollegen aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Politik aktuelle Fragen des tierärztlichen Berufsstandes.

Unsere 14 sächsischen Kammerdelegierten waren engagiert dabei und brachten sich mit zahlreichen Beiträgen aktiv in die Diskussionen ein. Mehrere unserer Anträge nahm der Tierärztetag an. Der intensive Austausch hat deutlich gemacht: Tierschutz bleibt die zentrale Leitlinie unseres Handelns – in allen Bereichen der Tiermedizin. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung einer kollegialen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen praktizierenden und amtlichen Kolleginnen und Kollegen.

TTT

Fortschritte im tierärztlichen Notfalldienst

Auch in Sachsen hat sich viel bewegt. Besonders erfreulich ist, dass die digitale Einteilung des Notfalldienstes für Kleintiere sowie die zentrale Telefonnummer nun seit fast einem Jahr erfolgreich in Anwendung sind. Die Mehrheit der Tierärzte hat dieses System als hilfreich angenommen. Damit konnten Abläufe deutlich vereinfacht und verbessert werden – ein echter Schritt nach vorn für die Organisation des Notfalldienstes in Sachsen.

Das System wurde nach den Erfahrungen im ersten Jahr der Anwendung weiterentwickelt. Ab 2026 gelten landesweit 12-Stunden-Schichten an Wochenenden und Feiertagen sowie ein regelmäßiger Mindestabstand von sieben Tagen zwischen den Diensten. Diese Neuerungen tragen zu einer ausgewogenen Verteilung der Dienstbelastung und einer besseren Planbarkeit für die Praxen bei.

Darüber hinaus sind Tierärztinnen und Tierärzte nun grundsätzlich ab dem 70. Lebensjahr vom Notfalldienst befreit, haben aber weiterhin die Möglichkeit, freiwillig am Notfalldienst teilzunehmen, wenn sie dies mitteilen.

Im Notfalldienstring Oberlausitz Süd wurde die regionale Struktur – auf Wunsch mehrerer Kollegen – angepasst, um die Anfahrtszeiten für Tierhalter zu verkürzen. So können Versorgung und Erreichbarkeit in der Region verbessert werden.

Allerdings stellt der Wegfall der einzigen Tierärztlichen Klinik in Dresden eine Herausforderung dar, da diese nicht mehr als 24/7-Überweisungseinrichtung zur Verfügung steht. Die Sächsische Landestierärztekammer (SLTK) wäre deshalb engagierten, größeren Praxen dankbar, wenn diese sich bereit erklärten, Überweisungen bis in die späten Abendstunden anzunehmen. Jede Praxis, die sich hier einbringt, leistet einen wertvollen Beitrag zur regionalen Notfallversorgung – im Sinne des Tierschutzes und unseres Berufsstandes.

Uns ist bewusst, dass das Arbeitszeitgesetz und der Fachkräftemangel die Organisation erschweren. Dennoch möchten wir gemeinsam Lösungen finden, um die tierschutzgerechte Versorgung unserer Patienten auch künftig sicherzustellen.

TTT

Investorenbeteiligungen und berufsethische Verantwortung

Ein weiteres Thema, das 2025 prägte, ist die Beteiligung von Investoren an Tierarztpraxen. Auch in Sachsen sind inzwischen verschiedene Modelle aktiv. Diese Entwicklung bringt neue Strukturen und wirtschaftliche Impulse, wirft aber auch Fragen nach Unabhängigkeit und Berufsethik auf.

Die SLTK prüft derzeit, inwieweit diese Beteiligungsformen mit dem Sächsischen Heilberufekammergesetz vereinbar sind. Unser Ziel: die Freiberuflichkeit und Vielfalt der eigenverantwortlichen Berufsausübung zu schützen – und gleichzeitig zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen.

TTT

Gute Nachrichten zur Antibiotikameldung

Erfreulich ist, dass die ursprünglich im Tierarzneimittelgesetz für 2026 geplante Meldepflicht antimikrobieller Arzneimittel für Hunde und Katzen erst ab 2030 gelten soll. Damit müssen die Antibiotikamengen für Hunde und Katzen erst ab 2029 erfasst werden und auch nur die Angaben entsprechend der EU-Vorgaben. Ab 2027 soll die Meldung zudem nur noch einmal jährlich erfolgen – statt wie bisher halbjährlich. Diese Verschiebung verschafft uns wertvolle Zeit, um technische und organisatorische Abläufe gründlich vorzubereiten – eine Entscheidung, die wir ausdrücklich begrüßen. Zum Redaktionsschluss war absehbar, dass Bundestag und Bundesrat der Änderung des Tierarzneimittelgesetzes kurzfristig zustimmen werden. 

Der Gesetzentwurf enthält erstmals auch konkrete Angaben über die Meldepflichten der Tierarten der Stufe 2 (Enten, Gänse, Schafe, Ziegen, bestimmte Fischarten, Pferde und zur Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen). Die Antibiotikaverbrauchsmengen für diese Tierarten müssen ab dem 01.01.2026 erhoben und erstmals bis zum 14.01.2027 gemeldet werden.

Sowohl auf dem 13. Leipziger Tierärztekongress als auch durch die SLTK werden dazu 2026 Fortbildungen angeboten.

TTT

Beteiligung an der GOT-Überarbeitung 2026

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) plant für 2026 eine Überarbeitung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Dabei sollen auch praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte aktiv eingebunden werden.

Wir möchten alle Praktiker, die angefragt werden, herzlich bitten, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Nur durch eine breite Mitwirkung aus der Praxis kann sichergestellt werden, dass die neue GOT praxisnah, fair und zukunftsfähig gestaltet wird – und zugleich den Verbraucherschutz weiterhin gewährleistet.

TTT

Neue Tierseuchensituation

Die Situation hat sich noch nie so dargestellt, dass wir gleich vier Tierseuchen in unmittelbarer bzw. mittelbarer Bedrohung in Sachsen haben. Das Auftreten einer Seuche in einem Landkreis führt immer zu Schlagzeilen in der Presse. Die erfolgreiche Bekämpfung kann negativen Berichterstattungen vorbeugen. Das ist nur im Zusammenwirken aller Beteiligten möglich. Eine kollegiale und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen praktizierenden und amtlichen Kolleginnen und Kollegen ist auch bei der Seuchenbekämpfung unumgänglich. Nachdem die ASP erfolgreich zurückgedrängt wurde, trat völlig unerwartet die MKS, welche Jahrzehnte in Deutschland als getilgt galt, in Brandenburg auf. Die Geflügelpest (HPAI) hält die Kollegen in den Behörden auf allen Ebenen jedes Jahr in Atem. In diesem Jahr ist neben anderen Bundesländern auch Sachen besonders betroffen. Auch die Blauzungenkrankheit wirkte sich auf die Landwirtschaft und die Arbeit in den Behörden aus. Nur durch die unermüdliche und gute Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Landkreisen und Gebieten sowie der übergeordneten Behörden konnte die Gefahr gebannt und die aufgetretenen Seuchen erfolgreich bekämpft werden.

TTT

Als Landesverband der Tierärzte im Öffentlichen Dienst Sachsens e. V. (LTÖD) verfolgen wir zunehmend das Ziel einer optimierten Vernetzung der Vertreter aller Zweige unseres Berufsstandes von der Ausbildung über die Tierärzte in Untersuchungseinrichtungen bis hin zu den Praktikern und den amtlichen Tierärzten – schließlich haben wir alle das gleiche Studium absolviert und uns im Anschluss daran weiter spezialisiert. Insofern ist es nur folgerichtig, eine sinnvolle und gegenseitig ergänzende Zusammenarbeit zu pflegen, um so geschlossen gegenüber politischen Entscheidungsträgern die Interessen aller Kolleginnen und Kollegen wirkungsvoller zu vertreten.

Wir sollten uns die historische Entwicklung des Tierarztberufes auch ab und zu vergegenwärtigen: Auf der 12. Plenarversammlung des Deutschen Veterinärrates (eine Art Vorläuferorganisation der Bundestierärztekammer) im Jahre 1911 in Hamburg wurde erstmals die Einführung der Lehre zu Hygiene und Kontrolle aller tierischen Nahrungsmittel an den tierärztlichen Hochschulen beschlossen. Dem waren bereits das Inkrafttreten wichtiger Gesetze vorausgegangen wie das „Rinderpestgesetz" (1871), das „Gesetz, betreffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Gebrauchsgegenständen" (1879), das „Reichsviehseuchengesetz“ (1880) und das „Reichsfleischbeschaugesetz“ (1900). Neben der eigentlichen kurativen Tätigkeit der Tierärzte traten somit zunehmend die weiteren, bis heute gewichtigen Tätigkeitsfelder, wie staatliche Tierseuchenbekämpfung, Lebensmittelhygiene und Tierschutz in den Fokus. Im Übrigen ist es seit diesem Jahr möglich, dass auch praktizierende Kollegen, die amtliche Aufgaben in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung wahrnehmen, sowie die Kollegen an der Universität auch in unseren Berufsverband LTÖD eintreten und hier z. B. die Vorteile einer arbeitsrechtlichen Rechtsberatung sowie einer Rechtsschutzversicherung mit wahrnehmen können.

TTT

Mit deutschlandweit über 1.000 Mitgliedern ist der Bund angestellter Tierärzte e. V. (BaT) mittlerweile eine wichtige Größe in der berufspolitischen Landschaft. In Sachsen sind derzeit rund 80 angestellte Tierärztinnen und Tierärzte Mitglied im BaT.

Der BaT hat sich im vergangenen Jahr auf zwei Messen präsentiert, an Treffen des Dessauer Zukunftskreises sowie am Deutschen Tierärztetag teilgenommen und sich bei Veranstaltungen an der Veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig (VMF) vorgestellt. Viele Mitglieder engagieren sich in den jeweiligen Landestierärztekammern und der Bundestierärztekammer. 

Ein Novum des Jahres 2025 war für viele Praxen sicherlich der sachsenweite Kleintiernotfalldienst. Eine arbeitszeitgesetzkonforme Organisation der Nacht- und Wochenenddienste ist, wenn Angestellte dafür eingesetzt werden, eine Herausforderung. Tarifverträge schaffen hier eine für Arbeitgebende und Arbeitnehmende faire und rechtssichere Möglichkeit, die Länge der Arbeitsschichten und die Ruhezeiten anzupassen. Eine praxisindividuelle Lösung kann mit einem Haustarifvertrag erfolgen. 

TTT

Für den Landesverband der praktizierenden Tierärzte (LPT) Sachsen war 2025 ein arbeits- und ereignisreiches Jahr: Am 10.05.2025 fand an der VMF die von den mitteldeutschen Landesverbänden gemeinsam organisierte 2. Leipziger Notdienstfortbildung „Alles Kopfsache“ statt, die wieder sehr gut angenommen wurde. Die 3. Auflage dieser Veranstaltung ist für den 09.05.2026 zu Notfällen des Thorax geplant. 

Im September wurde im Rahmen unserer jährlichen Mitgliederversammlung der Landesvorstand gewählt, dem zu unserer Freude drei neue Mitglieder angehören. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Sabine Nachtigall (Vorsitz), Dr. Bernd Walloschke (stellvertr. Vorsitz), DVM Gerrit Kanzok (Kassenwart) und die Beisitzer Kathleen Frohberg, Martin Tzschoppe sowie Dr. Annett Vahlenkamp. Ein Schwerpunkt für uns ist es, die Studierenden mit der Arbeit des bpt bekannt zu machen und als junge Mitglieder zu gewinnen sowie das Mentoringprogramm für die Schnuppermitglieder und den Austausch zwischen den Studierenden und den praktizierenden Tierärzten zu fördern. Dazu fanden am 05.11.2025 an der Fakultät das bpt-Hochschulseminar und am 16.11.2025 im TV-Club die 1. VetConn statt. Bei beiden Veranstaltungen konnten u. a. ausbildende Nutztier- und Kleintierpraxen, die Landestierärztekammer, der BaT, TVD und Laborunternehmen ihre Arbeit vorstellen und mit ihren künftigen Praktikanten und Berufseinsteigern Kontakte knüpfen, was sehr gut von den Teilnehmenden genutzt wurde.

TTT

Vom 7. bis 11.04.2025 wurde die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig von der European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) evaluiert. Die EAEVE, als europäische Vereinigung der veterinärmedizinischen Bildungsstätten, evaluiert regelmäßig ihre Hochschulen und Fakultäten. Grundlage ist neben den Standards für Qualitätssicherung im Europäischen Hochschulraum insbesondere die EU-Richtlinie 2005/36, die Mindestanforderungen an die tierärztliche Ausbildung definiert. Die Überprüfung erfolgt durch Fachleute aus anderen europäischen Hochschulen. Das Visitationsteam, welches eine Woche in Leipzig vor Ort war, bestand aus Kolleginnen und Kollegen aus Ungarn, dem Vereinigten Königreich, Norwegen, Frankreich, Italien, Spanien und der Türkei.

Die letzte Visitation in Leipzig fand 2018 statt. Seitdem hat sich an der Fakultät vieles weiterentwickelt – inhaltlich, infrastrukturell und organisatorisch. Von Seiten der EAEVE haben sich zwischenzeitlich u. a. die Anforderungen im Bereich der Biosicherheit und der IT-Infrastruktur deutlich verschärft. Umso erfreulicher war es, dass die intensive Vorbereitung Früchte trug. Das Gutachterteam unter Leitung von Prof. Laszlo Fodor aus Ungarn bescheinigte der Fakultät die Erfüllung der gesetzten Standards und leitete eine entsprechende Empfehlung an das European Committee of Veterinary Education weiter. Nach deren Berichtsannahme konnten die Studiendekanin Prof. Katharina Lohmann und der Dekan Prof. Thomas Vahlenkamp auf der Generalversammlung der EAEVE in Dublin die entsprechende Akkreditierungsurkunde in Empfang nehmen. Somit wurde die VMF in Leipzig erneut als voll akkreditierte Bildungsstätte für Tierärztinnen und Tierärzte anerkannt und wird weiterhin tierärztliche Ausbildung auf hohem europäischem Niveau betreiben.

TTT

Ein Ausblick auf 2026

Bereits zu Jahresbeginn steht mit dem 13. Leipziger Tierärztekongress vom 15. bis 17.01.2026 wieder das größte deutschsprachige Branchentreffen bevor. Die SLTK wird sich erneut mit einem Niederlassungsworkshop unter dem Motto: „Tierärztekammer – Ihr Partner auf dem Weg in die Niederlassung“ einbringen. Die Mischung aus wissenschaftlichem Programm, persönlichem Austausch der Kolleginnen und Kollegen und Fachmesse macht diesen Kongress zu einem echten Höhepunkt – wir hoffen, viele von Ihnen dort zu treffen!

Auf Anregung mehrerer Mitglieder soll 2026 möglichst wieder ein Seniorentreffen der sächsischen Tierärzteschaft stattfinden. Nach längerer Pause würde es die Gelegenheit zum Wiedersehen, Austausch und Erinnern unter den älteren Tierärztinnen und Tierärzten in Sachsen geben.
Für die Organisation suchen wir engagierte Ruheständlerinnen und Ruheständler, die Freude daran haben, das Treffen aktiv mit zu gestalten – natürlich mit Unterstützung der Kammergeschäftsstelle.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein wird die Kammerwahl 2026 sein. Wir laden Sie schon jetzt herzlich ein, sich einzubringen – ob als Kandidatin, Kandidat oder mit Ihrer Stimme. Die Kammer lebt vom Engagement ihrer Mitglieder und jede Beteiligung stärkt unsere berufliche Selbstverwaltung.

TTT

Zum Abschluss möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die sich 2025 mit Zeit, Energie und Leidenschaft eingebracht haben – in Gremien, Ausschüssen, Fortbildungen oder im Notfalldienstsystem. Ihr Engagement ist das Fundament unseres gemeinsamen Erfolgs und verdient höchste Anerkennung.

Der Vorstand der SLTK wünscht Ihnen und Ihren Familien – auch im Namen des LTÖD, des LPT Sachsen sowie der VMF – eine festliche und erholsame Weihnachtszeit, Gesundheit und Zuversicht für das neue Jahr.

Möge 2026 uns allen bereichernde Begegnungen, Stabilität und viele interessante Momente bringen.

 

In kollegialer Verbundenheit

Ihr Vorstand der Sächsischen Landestierärztekammer

 

Präsident Dr. Uwe Hörügel

Vizepräsident Dr. Volker Jähnig

Dr. Ines Leidel

Dr. Henry Ottilie

TÄ Jeanette Riedel

Dr. Anne Schilder

Prof. Dr. Dr. Thomas Vahlenkamp

 

und Ihre Mitarbeiterinnen der Kammergeschäftsstelle

 

Bild zur Meldung: Weihnachtsrundschreiben 2025 an die Mitglieder der Sächsischen Landestierärztekammer